16.05.2015 // Mona: "Du fliegst nach Buenos Aires, um die Toten Hosen zu sehen? Spielen die nicht auch hier irgendwo?! "

 

Ich glaube, das war der Satz, den ich am meisten gehört hab, wenn ich meinen Kollegen erzählt hab, was ich im Urlaub mache. Pah!

Wir sind jetzt schon ein paar Tage in Buenos Aires und die Eindrücke prasseln immer weiter auf mich ein. Für mich ging es am Mittwoch mit dem Zug von Stuttgart nach Frankfurt, dann erstmal die Jungs suchen. Da hatte ich noch absolut keine Ahnung, was für Ausmaße das annimmt. Klar, Toby und Tobi werden dabei sein, und schließlich auch Johannes - aber der Tisch im Paulaner in Frankfurt war irgendwie mehr befüllt, als nur für 5 oder 6 Leutchen... Gut.

Irgendwann sind wir, Toby und ich (ach, wer sich fragt: ich bin die tolle Schwester von Toby), losgetigert, um uns einzuchecken. Meine größte Sorge, dass wir nicht mitkommen, wurde nicht erfüllt und Standby fliegen hat sich erneut als ganz praktisch dargestellt.

Auf dem 10km weiten Weg zum Gate überrollte es mich aber immer mehr - noch ein Fan, und noch einer. Und noch 20. Oder auch noch 100. Unfassbar! Und dann am Gate tauchen Kuddel und Breiti auf, es stimmt also wirklich - wir fliegen alle nach Buenos Aires.

Vom Flug wurde ja genug berichtet - kaum sitzt man 13.5h auf seinem Popo ist man schon in Buenos Aires.

Die erste Taxifahrt wurde überlebt, das erste Bier auch. Ohne Spanischkenntnisse und Orientierung haben wir uns trotzdem noch nicht verlaufen. Und dank der Tipps meiner Kollegen gibt es auch einfach echt geiles Steak. Der Tagesablauf ist eigentlich auch gleich: ich bin wach, Toby schnarcht noch vor sich hin (und wenn ich schnarchen schreibe, dann ist das nicht so ein süßes vor sich hin schnarchen - es ist vergleichbar mit der Lautstärke eines Presslufthammers), Tobi liegt im Bett als wäre er tot und irgendwann fällt dann einer aus'm Bett und es geht frühstücken. Da ist dann die Kuchenplatte mein größter Freund. Die Jungs schreiben dann hier für Ihren Blog und ich laufe los, um Bier zu kaufen (ja, ich sag ja - tolle Schwester).

Freitag war dann das erste Konzert. Dazu muss man sagen, dass ich jede Tour so ein, zwei mal auf nem Konzert bin, also kein absolutes Küken mehr, aber trotzdem ziemlich frisch dabei. Mit dem Taxi ging's über nen ziemlichen Umweg hin und dort angekommen war einfach die ganze Straße gesperrt. Da könnte man meinen, das Konzert hätte 10000 Leute gefasst - nee, 500. Krass, wie die Argentinier drauf sind. Und vor dem Club hätte man meinen können, es wäre Sommer und das Konzert ist in ner kleinen Kneipe in Düsseldorf. Nur Deutsche. Überall.

Die Argies spielten schon und auch hier muss ich zugeben - ne, die kannte ich nicht. Trotzdem ziemlich geil. Wir versammelten uns links, manche sind mitten rein. Als die Hosen anfingen, gingen einfach alle ab. Die Argentinier legten richtig los und sangen mit - Respekt! Ich schaffe es gerade mal, ein Bier und zwei Empanadas zu bestellen, aber hinter mir konnte einer alle Texte, zumindest irgendwie. Ich wurde auch ein bisschen mutiger und ließ den imaginären Rockzipfel meines Bruders los, aber nicht mehr als 5 Meter! Ich glaube, man kann das alles gar nicht in Worte fassen - es war echt geil! Und man musste sich immer wieder dran erinnern, dass man grad in Argentinien steht, irgendwie alles ziemlich unwirklich. Nach der Show wurde noch ein bisschen rumgestanden, Bier getrunken, bis es leer war und dann die Kneipe um die Ecke gestürmt. Naja, nennen wir es Vorzelt eines Empanada/ Chorizo/ wir-verkaufen-alles-Laden, gestürmt. Argentinisch-deutsche-brasilianische Freundschaft wurde begossen (ja, einmal hätte gereicht, aber sicherer ist's mit 24 Litern!) und die Impressionen des Abends ausgetauscht. Irgendwann wurden wir auch da rausgeschmissen - ab nach Hause und schlafen!

Trotz einer kurzen Nacht konnte ich die Jungs dann überreden, sich vom Bett loszureißen und doch noch die tollen 23 Grad draußen zu genießen. Und ja, es war auch Bier im Spiel. Und Kultur im ältesten Kaffeehaus in Buenos Aires - das hätte ich tatsächlich nicht geglaubt. Abends ging es dann wieder fix ins Hotel, duschen, Bier trinken und dann weiter zum - wie soll es auch anders sein - Steak essen und Bier trinken. Die Jungs sind dann weiter zum nächsten Konzert, ich hab nen Tag Pause gemacht- 4 von 5 Konzerten reichen auch erstmal als totale Überforderung aber ich freue mich auch die nächsten 3.

So, jetzt stehe ich mal auf und versuche so laut zu sein, dass die Jungs wach werden und auch aus'm Bett hüpfen. Okay, aus'm Bett fallen würde mir schon reichen, die alkoholische Ausdünstung hier im Zimmer hat mich schon betrunken gemacht. Kartoffelsalat!