16.05.2015 Toby: Es ist Mittag in Buenos Aires. Ich sitze auf dem Bett und schaue Bundeliga. Eigentlich ein normaler Samstag wäre da nicht der gestrige Abend gewesen, den ich immer noch nicht ganz begreifen kann.

Da steht man mit alten und neuen Freunden aus Argentinien, Brasilien und Deutschland in einem Club und feiert eine Hosenshow - Am anderen Ende der Welt. Das schien alles etwas unwirklich.

Begonnen hatte der Abend mit einem gemeinsamen Abendessen: Chorizo, Bier und einem großartigen Steak. So hatte ich mir Steaks in Buenos Aires vorgestellt! Mit dem Taxi ging es danach weiter zur Location. Die Straße des Uniclubs wurde für den Verkehr gesperrt und die Fans sammelten sich zum gemeinsamen Vortrinken und auf der Straße. Direkt vor dem Club stand ein umgebauter argentinischer Bus aus dem Merch verkauft wurde. Klasse Idee das Tourlogo so umzusetzen. Bei den Klängen der Argies enterten wir dann den Uniclub. Wirklich ein schöner, kleiner Laden. Genau richtig zum Auftakt! Die Argies hauten ein wildes Set aus Hits von The Clash, Ramones und Social Distortion raus, was für ordentlich Stimmung und Bewegung sorgte. Danach: Umbaupause.

Die argentinischen Fans begannen sich einzusingen, wir machten einfach mit – egal ob wir den Text kannten oder nicht. Die Stimmung stieg genau wie die Temperatur im Club. Dann enterten die Hosen endlich den Club. Intro, Liebesspieler, Auswärtsspiel: BAM! Erstmal ein Brett. Über die Setliste braucht man eigentlich nicht groß sprechen: absolute Nebensache. Aber dieser Anblick von 500 Fans, die zusammen Feiern, sich in den Armen liegen und einfach nur Vollgas geben. Dafür bin ich hier! Die Band war ebenfalls in bester Spiellaune und haute alles raus, was ging. Und immer wieder diese „Ohooohoooooh“ der argentinischen Fans. Ich taufe es einfach mal „Buenos Aires Rawr“.

Wahrscheinlich könnte ich Zeile um Zeile weiterschreiben, ohne wirklich zum Punkt zu kommen oder es schaffen das Erlebte, die Stimmung und die Emotionen in Worte zu fassen. Was bleibt sind einzigartige Momente:

  • Der Moment, als man Teile der Lufthansa Crew des Hinflugs entdeckt und man mit ihnen einfach feiert.
  • Der Moment als ein deutscher Fan unabsichtlich von einer Bierdose getroffen wird und unbekannte Argentinier sofort zur Hilfe eilen und die medizinische Erstversorgung mit kalten Quilmes sicherzustelle.
  • Der Moment als man Paul Ripke im Pogo mit seiner Leica entdeckt und fasziniert zuschaut, wie er den Schuhen und Fäusten der Crowdsurfer versucht auszuweichen.
  • Der Moment als „Uno, dos, ultraviolento“ angestimmt wird und alle komplett durchdrehen und mitsingen.
  • Der Moment nach der Show: 20 deutsche und argentinische Fans sitzen zusammen in einer kleinen Bar, singen, lachen und laden sich gegenseitig auf das nächste Bier ein, damit dieser Abend nicht endet.

Danke & muchas gracias für diesen perfekten ersten Konzertabend!

Tobi: Heute ist die erste Toten Hosen Show 2015 in Buenos Aires. Große Begrüßungsrunde mit argentinischen, brasilianischen und deutschen Fans vor dem Uniclub in Palermo. Es ist schon erstaunlich wie viele deutsche Fans mitgekommen sind, manchmal hatte man das Gefühl in Deutschland vor irgendeinem Club zu stehen.

Support machen die grandiosen Argies, habe sie bereits paar Mal in Düsseldorf gesehen und jetzt endlich in ihrem Heimatland. Mit voller Spielfreude befeuerten sie den Club bevor die Hosen die Bühne enterten.

Vor der Bühne wurde es richtig eng und die nächsten zwei Stunden keine Minute mehr ruhig. Die gesamte Bühnenbreite von 5 Meter bis 4 Meter nach hinten zur Theke wurde zur großen Tanzfläche. Noch Minuten nach dem Konzert tropfte das Wasser von der Decke. Und plötzlich wieder eine bereits bekannte Hiobsbotschaft, im Uniclub ging das Bier aus!! Lufthansa lässt Grüßen ;-) Diesmal waren die Stewardess daran nicht ganz Unschuldig, denn die wurden spontan von den Jungs zum Konzert eingeladen.

Im Anschluss enterten wir mit einer Gruppe von 15 argentinischen und deutschen Fans den Imbiss neben dem Club. Wirkte das Personal erst leicht überfordert mit der Menge an Leuten war es nachher sehr Erstaunt wie viel Bier wir Minute für Minute vernichteten. Was mir bereits die vorherigen Stunden in Buenos Aires aufgefallen ist, hier trinkt kaum jemand Bier auf der Straße und in der Kneipe teilt man sich mit Freunden nur 1-2 Flaschen. Bei uns waren es halt 23 Flaschen/Liter, Cheers!!